Fitz Gerald

CH St. Gallen und Luzern
geb. 26.08.1939

«Kunst des Reisens – Reisen als Kunst»

Viele meiner Bilder und Geschichten haben eine Basis: reisen. Ich habe seit 1973 den Globus mehrmals umrundet. Meistens startete ich mit einem Einfach- oder «Around the World Ticket» der UTA.  Mit dieser Airline hatte ich die Möglichkeit, meine Reisen über Südostasien, Australien, Neukaledonien, Tahiti, Moorea Französisch-Polynesien bis Los Angeles zusammenzustellen. Bei allen Zwischenstopps konnte ich individuelle Überlandstrecken einplanen.

Spätere Reisen durch Mittel- und Südamerika waren abenteuerlich, in einer Zeit ohne Internet aus jeder Hinsicht spannend und fordernd. Mich interessierte in erster Linie, wie ich mit den Gegebenheiten in den fremden Kulturen zurecht komme. Neugierig wollte ich wissen, wie dort gelebt wird: ich musste einfach hin! Eine grosse Herausforderung.

Neue Ziele suchte ich im Weltatlas. Im Index stiess ich auf so komplizierte Namen wie: Amecameca, Borobudur, Bromo, Bukittinggi, Chichén Itzá, Chichikastenango, Chimborazo, Chiuahua, Coatzacoalcos, Cotacachi, Cotopaxi, Fuya, Galápagos, Guadelajara, Guayaquil, Ho Chi Minh, Klungkung, Lamayuru, Machu Picchu, Payakumbuh, Popokatépetl, Titicaca, Topolobampo,  Tuk Timbul, Tungurahua,  Urubamba, Varanasi, um nur einige zu nennen.

Auch Bergsteigen war eine meiner Leidenschaften. Auf mehreren Trekks in Kaschmir, Ladakh, Nepal und in den peruanischen Kordilleren habe ich Gipfel bezwungen. Einige davon waren Vulkane.

Die fremden Kulturen haben mein Kunstschaffen inspiriert. Unterwegs habe ich hunderte von Skizzen und Aquarellen geschaffen, die ich in über 90  Malbüchern zusammenfasste. Dank meiner Bilder kam ich mit viele Menschen in Kontakt. Es entwickelten sich Freundschaften, die wieder zu neuen Reisen führten.

Über meine Reisen habe ich Tagebuch geführt. Besondere Erinnerungen sind «Short Stories».

Kontakt

Zeitungsbericht
nach einem Vortrag in Emmenbrücke

Lesen

Ansichten eines Künstlers

An einer Vernissage habe ich einem lieben Bekannten eine von mir konzipierte Rede aufgedrängt. Er war vom Inhalt überrascht und brauchte einige Zeit um den Sinn der Persiflage zu verstehen. Nicht so die Gäste. Sie schienen das hinzunehmen, denn an vielen Vernissagen sind solche Maximen üblich. Zu guter Letzt versöhnten sie sich beim Schlusssatz mit diesem Quatsch. So wurde der Vortrag mit Applaus aufgenommen.

Die Rede

„Die visuelle Darstellung der konkreten Unbestimmtheit hat die idyllische Befriedigung antiquiert und neue Formen für die labile Stabilität der Welt gefunden. Je nach Sensibilität, kann man kategorische Vorstellungen intuitiv kommunizieren, sofern das reale Erlebnis in gegenständliche Formen aktiviert wird. Es ist evident, dass die Restituierung einer Fiktion approximativ so banal ist, wie die Diskrepanz nicht kontinuierlich ristorniert werden kann.“

Klingt ja fabelhaft, ist aber vollkommener Blödsinn.

Dazu das Gegenteil:

Ein Mensch malt vor Begeisterung wild,
Drei Jahre lang an einem Bild.
Dann legt er stolz den Pinsel hin
Und sagt: „Da steckt viel Arbeit drin.“
Doch dabei war‘s auch leider aus,
Die Arbeit kam nicht mehr heraus.

Gedicht von Eugen Roth